Moin Leute! Heute mal ein etwas ausführlicheres Tasting über einen wirklich aussergewöhnlichen Stumpen, der dieses etwas mehr an Aufmerksamkeit auch wirklich verdient. Denn endlich war es mir mal vergönnt, einen der legendären "Reynaldo-Stumpen" zu rauchen. Als echter Affficionado muss man das schon im Programm haben – man will ja mitreden können. : floet : Und jetzt, nach dem Zmoke, kann ich sagen - auch als Geniesser muss man eine Reynaldo mal geraucht haben. Denn mehr noch als die Erfahrung mit einer Reynaldo, wiegt der Genuss einer solchen – einfach einzigartig! : ja : Die gerauchte Puro ist eine Perfecto und trägt die Bezeichnung "Petit Salomones". Ein Witz – denn bei einem RM 57 und einer Länge von 16,4 cm könnte man das "Petite" getrost weglassen. Als Vergleich - sie ist bei gleichem Umfang grade mal 2 cm kürzer als die Partagas Salomones aus dem 08er LCDH-Exklusiv Programm. Aber gut, beginnen wir bei Optik und Haptik. Der Stumpen ist makellos – hat ein dunkles, fast schon maduromässiges Deckblatt, nicht besonders glänzend und glatt, aber auch nicht zu rustikal. Beim Schnuppern strömt einem ein unglaublich intensiver Duft nach Schokolade in die Nase. Er ist fest gerollt und perfekt verarbeitet. Die Einlage besteht aus 98er Tabaken - gerollt wurde sie im Juni 2008. Insgesamt fühlt sich die Puro fett, ölig und schwer an – erste Sabbertropfen hängen schon an meinem Mundwinkel.... : zwinker : Perfectos sind ja ein schwieriges Format und da heisst es immer: "nur die besten und erfahrendsten Torcedores sind imstande dieses Format zu rollen." Und Reynaldo, ehemaliger Torcedor der obersten Kategorie in der Partagas–Fabrik, zählt in Anbetracht dieser Pretiöse wirklich zu diesen Meisterrollern. : ja : Der Kaltzug nach dem Anschneiden (ja, ich gebs zu, ich schneide erst und brenne dann) ist ziemlich süsslich und als Kontrast dazu hat man etwas salziges an den Lippen – wie bei einer Margarita! : lach : Die ersten Züge gehen etwas schwer, was bei einer Figurado naturgemäss an der Verjüngung des Brandendes liegt. Trotzdem kommt sofort viel Rauch und noch mehr Geschmack, vordergründig besonders die schon erwähnte Süsse. Das wiederum liegt m.M.n. ebenfalls an der Verjüngung, weil da einfach anteilig mehr Deckblatt verbrennt. Denn sobald das Brandende breiter wird und damit mehr Einlage verbrennt, verliert sich auch sofort die Süsse. Im weiteren Rauchverlauf ist sie unheimlich fett, cremig und vollmundig mit viel Rauch und viel Geschmack. Sie ist nicht gross abwechslungreich, eher linear. Dabei aber vielseitig und bei jedem Zug hat man zugleich ein bisschen Süsse, leichte Zitrusaromen, Pfeffrigkeit und dieses "Erdige", das den Kuba-Tabak so einzigartig macht. Insgesamt ist sie mittelstark und wird niemals kratzig oder bissig, richtig smooth. Zug und Abbrand ist dabei immer perfekt. Das letzte Drittel ist dann einfach nur genial. Zu den ganzen intensiven Aromen gesellt sich jetzt wieder etwas mehr Süsse und ein kräftigerer Nikotingeschmack dazu, aber ohne jemals bitter zu werden. Ich hab sie wirklich runtergeraucht bis ich mir die Lippen verbrannt hab. Alles in allem hatte ich bei dem legendären Ruf der Reynaldo-Stumpen eine dementsprechend hohe Erwartung, die aber bei Weitem übertroffen wurde. Ich kann nur jedem raten zuzugreifen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich hab noch ne "Behike", eine Parejo mit RM 52 und einer Länge von 20 cm. Bei der ist das Deckblatt am Brandende zum Zöpfchen gezwirbelt wie bei der VG Padrino. Die wollte ich eigentlich verschenken, aber die werde ich demnächst selbst vernaschen! : floet : akfgz David
AW: Petit Salomones von Reynaldo Macht lust auf einen Stumpen, schön geschrieben. Schade, dass man nicht so einfach an die Lulle rankommt.
AW: Petit Salomones von Reynaldo Jep! Ist nicht Till gerade auf Kuba? : floet : Ich hab meine Beiden übrigens von Belicosos bekommen - für lau, einfach so. Dabei hat sogar er mich gefragt ob ich welche möchte und nicht ich ihn. Der mag seine Schrullen haben, ist aber echt ein feiner Kerl - über den sag ich nix Böses mehr... : nee :
AW: Petit Salomones von Reynaldo Was mir noch zur Salomones eingefallen ist - die Asche war schneeweiss und extrem fest. Ich hab insgesamt nur 3x abgeascht, und das nur weil ich Bammel um die weisse Couch hatte... : grins :