Ist zwar schon ein paar Tage her - aber ich schwöre - ich habs noch immer auf der Zunge, als wäre es erst gestern gewesen. : zwinker : Damals, nach einem leichten Dinner, hab ich mir endlich eine, meiner fünf Davidoff´s No. 2 aus Cuba gegönnt. Auf der Originalkiste ist kein BD – sie wurden demnach also irgendwann zwischen 1969 und 1985 gerollt. Eine Habano mit solch einem Boxdate – und dann noch eine Davidoff...Caramba! : huepf : Als ich letztes Jahr durch puren Zufall zu der 10er Kiste mit den verbliebenen fünf Puros kam, hatte ich die „Ladies“ damals zum „Auffrischen“ in einen kleinen Humidor gebettet. Nicht das es zwingend notwendig gewesen wäre – die Kiste war in einem dunklen Keller gelagert und dementsprechend gut war die Qualität der Zigarren – aber ich dachte mir, schaden tut es ihnen auch nicht. Ich hab sie dann in der Folge da gelassen, weil sie bei jedem Öffnen ein unglaublich intensives Aroma verströmten, das ich in der Originalkiste nicht annähernd so stark wahrnahm. Dieses intensive Aroma habe ich bis dato noch bei keiner Habano erlebt und es ist so unwiderstehlich, das ich beinahe täglich daran schnuppern muss. Leicht süßlich, etwas blumig fast, mit sanften tanninigem Hintergrund und gemeinsam mit dem unbeschreiblichen typischen Kuba-Aroma, erinnert der Duft deutlich an einen trockenen Sherry oder auch einen milden Cognac. Mit diesen Eindrücken im Hinterkopf habe ich mich dann auf den „Big Zmoke“ vorbereitet. Ich schenkte mir dazu einen, zwar einfachen aber von mir heiß geliebten, spanischen Veterano ein und betrachtete das Objekt meiner Begierde noch einmal ehrfurchtsvoll. Die Zigarre, eine „Laguito No.2“ mit einer Länge von 152 mm und RM 38, hat ein seidiges, sehr feines und gleichmäßiges Colorado-Deckblatt. Sie ist fest gerollt und hat am Kopf ein kleines Zöpfchen - eine „Pareja“ in wirklich makelloser Optik. Besonders gespannt war ich aber auch auf die Haptik, denn man kennt ja die kleinen Wehwehchen, die Habanos besitzen und über die wir alle gerne mal hinweg sehen. Heute gilt die Davidoff als eine der perfektesten Zigarren überhaupt und ich habe noch bei keiner Zugprobleme oder gar Schiefbrand erlebt. Aber wie verhält sich das bei einer kubanischen Davidoff...? Nachdem ich die Puro nun ein letztes Mal genüsslich über die Nase gezogen habe, setze ich den Xikar fünf Millimeter unter dem Zöpfchen an, atme tief durch und schneide den Kopf mit einem kräftigen Druck ab! Der Kaltzug, oder "fumar a crudo" wie die Kubaner sagen, bestätigt schon mal die Aromen vom Schnuppertest – leicht tanninige Süße aber auch robuste Erdigkeit, deutlich nach Sherry und etwas Kakao – wow! Gleichzeitig fällt mir die Beurteilung von Min Ron Nee ein: “nicht viel Geschmack..., eine Zigarre die man vergessen kann...“? Mal sehen, die Vorfreude lass ich mir auch vom Guru himself nicht nehmen... Also ran! Standesgemäß zünde ich sie natürlich mit einem Zedernholzstäbchen an und die Flammannahme ist schon mal außerordentlich gut! Der erste Zug - holy cow, wow! Sie legt sofort los - und das ist sogar bei Habanos selten. Nichts zu spüren von fad, grasig oder gar scharf. Voller Rauch, volles reichhaltiges Aroma von Beginn an und überraschend für mich....unwahrscheinlich kräftig! Diese Power behält sie übrigens im ganzen Rauchverlauf. Wie auch die ständig abwechselnden Aromen von leicht süßlich bis erdig, pfeffrig. Mal schmeckt man Cognac und Sherry, mal Kakao oder Bitterschokolade und jeder Zug ist immens gehaltvoll und von aromatischer Tiefe. Der Rauch liegt samtig und cremig im Mund und hinterlässt jedes mal eine fast berauschende Wirkung. Trotz der enormen Stärke ist sie aber niemals bissig oder scharf! Der Veterano passt übrigens hervorragend zu diesem kubanischen Leckerbissen, aber auch einen nicht zu kräftigen Rum kann ich mir gut dazu vorstellen. Zum Abschluss komme ich wieder auf die Haptik zurück, denn auch diesbezüglich hat Davidoff schon auf Kuba gewusst, wie man eine perfekte Zigarre rollt! Erstklassiger Zug, kreisrunder Abbrand und kein einziges Mal Nachfeuern bis zum bitteren Ende – nehmt euch ein Beispiel, ihr postrevolutionären Castro-Jünger! : Klug : Wieder fällt mir MRN ein! Also - entweder versteh ich nix von Zigarren, oder der Guru hatte einen schlechten Tag... : floet : Ich jedenfalls hatte eben genüssliche neunzig Minuten lang DEN perfekten Zmoke! : ja : Fazit: Ein Mann muss vier Dinge im Leben tun: ein Haus bauen, ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen und...eine Davidoff aus Kuba rauchen! : nichtso : akfgz David
AW: Davidoff No.2 Cuba - der "etwas andere" Tastingbericht! Dank David: laola : widme ich mich heute Teil Drei der Lebenpflichten eines Mannes. Es ist ebenfalls eine Nr. 2 aus der Holzkiste, wenn auch nicht aus derselben, wenn ich es richtig in Erinnerung habe.... Fein ist sie anzusehen, makellose Verarbeitung und das 38er Ringmass, ist sowieso eines meiner liebsten, die Davidoff Banderole mit dem HABANA CUBA Aufdruck ist leicht vergilbt. Technisch funktioniert alles wie von David beschrieben, die Kleine lässt sich genussvoll und ohne Zicken rauchen, ganz so wie man es von den Kubanern gewöhnt ist: grins : Der Rauch ist von Anfang an cremig und mild, als kräftig würde ich sie nicht einstufen..., süssliche intensive Holzaromen herschen vor, die mich durchaus an die le Hoyo Serie erinnern. Allerdings kommen die mir bekannten (jüngeren) le Hoyos wesentlich ruppiger daher. So ist das völlige Fehlen von Schärfe, das Gefühl, eine Zigarre mit selten erlebter Ausgewogenheit von cremigem Rauch und angenehmen Aromen genossen zu haben, ein bleibender Eindruck, auch wenn ich sie geschenkt bekommen habe.: floet : Danke noch mal dem edlen Spender.
AW: Davidoff No.2 Cuba - der "etwas andere" Tastingbericht! Da haben 2 Genießer etwas GAAAAAANZ besonderes gezmoket. Respekt, seht schöner Erlenissbericht.: huepf : da ich wahrscheinlich NIE in den Genuss komme, e bissi Neid sei mir gegönnt.: weinen : Aber in erster Linie sein euch DER Genuss gegönnt
AW: Davidoff No.2 Cuba - der "etwas andere" Tastingbericht! Einen Baum pflanzen : nachdenklich : Da rauch ich lieber eine gute Zigarre : grins :
AW: Davidoff No.2 Cuba - der "etwas andere" Tastingbericht! Eben gerade ist der Gänsebraten verputzt, und nu brennt sie: Meine erste cubanische Davidoff : ja : Kurz gesagt: genial!!!!!!!!! : huepf : Etwas länger gesagt: Doller, voller, cremiger Rauch, sehr mild, leicht, aber nicht zu leicht. Zedrig-holzige Aromen gepaart mit floraler Süße, ein Traum! Dazu gibts einen 2008er Riesling vom grauen Schiefer, trocken, vom Weingut Leo Fuchs. Die mineralischen Töne passen hervorragend zu den Holzaromen : floet : Aber Spaß beiseite, das ist echt mal genial gerade : ja : Da der Stumpen ja mindestens 20 Jahre alt ist, werde ich nun aufhören zu rauchen, bis mein Vorrat auch so alt ist